Das TV Duell – Die größte Enttäuschung im Wahlkampf?

Das gestrige TV-Duell habe ich mit Spannung erwartet. Würde mal richtig „die Post abgehen“ oder würden die beiden, aufgrund des Koalitionsvertrages, wenig Reibungsfläche finden ohne sich selbst an den Pranger zu stellen?

So richtig aufregend fand ich es dann gestern auch nicht, ich war eher richtig enttäuscht. Angela Merkel hat wie immer viel gesagt, aber keine Inhalte gebracht. Das Prinzip von Ja und Nein Fragen hatte sie auch nicht so wirklich verstanden. Ihr „Gegner“ hat keine einzige gebotene Chance genutzt um sie anzugreifen oder die eigenen Positionen so anzupreisen, dass man meinen mag, er hätte verstanden um was es hier ginge. Geschweige denn, dass er verstanden hat, wie lang 60 Sekunden sind. Es lief also wie jedes mal und irgendwie war es auch nicht anders zu erwarten, wenn man die Vorberichtserstattung verfolgt hat. So richtig klare Positionierungen fehlten meiner Meinung nach.

Zu den Themen: Viele wichtige Dinge, die die Republik rumtreiben, wurden einfach nicht thematisiert. Darunter waren Rente, Bildung, Gesundheit, Arbeit, Klimaschutz (abgesehen von dieser „Diskussion“ zur Diesel-Affäre). Dafür sprachen sie viel über die Flüchtlingspolitik, den Islam, Integration, Außen- und Wirtschaftspolitik, Soziale Gerechtigkeit, den Diesel-Skandal, Steuerpolitik und Innere Sicherheit.

Einige der vielen Fragen, die ich mir gestern Abend stelle ist „Was macht eigentlich Claus Strunz da?“. Warum steht dieser Mann dort? Schon wenn ich ihn manchmal in kurzen Sequenzen beim Frühstücksfernsehen (ja, ich meine das auf Sat.1) sehe, könnte ich mir mein Frühstück nochmal durch den Kopf gehen lassen. Direkt zu Beginn der Veranstaltung zitiert er ein Zitat vom Herausforderer falsch, worauf hin ihn dieser korrigiert. Seriös? Eher nicht.

Anschließend, als es immer noch um die Flüchtlingskrise geht, konfrontiert Claus Staunz die Kandidaten mit einer Zahl von 226.000 Ausreisepflichtigen in Deutschland. Richtig ist, dass zum Stichtag 30. Juni 2017 insgesamt 226.457 Menschen ausreisepflichtig waren, davon waren allerdings 159.678 geduldet.  Als er dann noch fragt „Wann sind die weg?“ ist mein persönliches Urteil gefällt. Qualitätsjournalismus geht anders.

Unterm Strich hat mir dieses Duell nicht weitergeholfen. Es war, genauso wie der restliche Wahlkampf, von Lob und Phrasen geprägt, die ich schon oft gehört habe. Es ist also nichts neues dabei gewesen.

 

Natürlich habe ich auch hier wieder eine Tabelle erstellt um die jeweiligen Positionen darzustellen. 😉

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