Die Initiative „Kleiner Fünf“

Heute möchte ich euch auf eine sehr wichtige und interessante Initiative aufmerksam machen.

Kleiner Fünf ist eine durch die Bewegungsstiftung geförderte Initiative, die sich dafür einsetzt, dass rechtspopulistische Parteien weniger als fünf Prozent der Stimmen erhalten und somit den Einzug in den Bundestag verpassen. Sie stellen sich gegen Menschenfeindlichkeit und Hass und treten dabei, für eine demokratische und weltoffene Gesellschaft ein – besonders hier in Deutschland. Sie fordern eine politische Debatte und wollen die Positionen aller, auch der etablierten Akteure, hinterfragen.

Kleiner Fünf ist eine Gruppe junger Menschen, die sich im Zuge der Bundestagswahl zusammengeschlossen haben, um auf die Bedrohung durch Rechtspopulismus hinzuweisen. Da die Gruppe aus drei Honorarkräften und sonst nur Ehrenamtlichen besteht, bitten sie um ein paar Spenden um Aufkleber, Flyer und Poster zu produzieren.

Ein besonderes Augenmerk möchte ich aber auf ein Crowdfunding Projekt der Initiative legen: Der Wahlantrag. Der Wahlantrag  soll junge Leute motivieren am 24. September wählen zu gehen. Freunde, Familie und Bekannte machen sich einen „Antrag“ mit dem KLEINER FÜNF-Ring und gehen gemeinsam wählen.  „Mit unserem Projekt geben wir einen spielerischen Aufhänger Demokratie zu erleben und über Politik zu sprechen. Wir sprechen damit vor allem junge Menschen an und nebenbei lässt sich das Projekt gut über Social Media verbreiten. Wir produzieren Ringe, drucken Plakate und Flyer, drehen Videopodcasts und gestalten Sharepics und erreichen damit Berufsschulen, Gymnasien, Sport- und Freizeitvereine.“ Der Finanzierungszeitraum endet am 15. August! 

Die Initiative setzt sich für Demokratie, politische Teilhabe und für einen respektvollen Austausch in der Gesellschaft ein. Mit ihrer Kampagne möchten  sie sich dafür einsetzen, dass keine rechtspopulistische Partei bei der Bundestagswahl 2017 über fünf Prozent der Stimmen erhält und somit in den Bundestag einzieht.

Das möchten sie durch Argumente, Werkzeuge und Techniken, die man in Diskussionen einbringen und positionieren kann, erreichen. Sie rufen alle Mitglieder der Gesellschaft auf, aktiv zu werden und den rechtspopulistischen Parteien keine Chance zu geben. Dabei spielt es keine Rolle, woher man kommt oder wer man ist.

Auf ihrer Website hat die Initiative ihre Grundwerte zusammengefasst, welche folgendes enthalten:

1. Das Grundgesetz –  Sie setzen Auf Artikel eins und zwei unseres Grundgesetzes, doch weisen darauf hin, sich für diese auch einzusetzen und Gebrauch von ihnen zu machen. Sie setzen sich dafür ein, dass jeder seine Zugehörigkeit selbst wählen darf und sie nicht von außen vorgegeben oder gar erzwungen wird.

2. Demokratische Politik –  Um diese Politik zu gewährleisten unterstützt die Initiative  BerufspolitikerInnnen und tritt für mehr Partizipation und Mitbestimmung auf lokaler, regionaler und Bundesebene ein, um die Möglichkeit zu haben, Teil des Prozesses zu werden.

3. Deutschland für alle, die daran teilhaben – Die Zugehörigkeit zu unserer Gesellschaft wird für die Initiative nicht aus Herkunft begründet.  Alle, die ihr Leben in Deutschland verbringen und gestalten wollen, sind ein Teil unserer Gesellschaft. Trotzdem bedeutet Zusammenleben auch umsetzen der Integration, auch mit Reibung und Konflikten – jedoch stets mit Respekt.

4. Heimat als Wahl, nicht als Zuschreibung – Jede und jeder soll wählen dürfen, wo er oder sie leben will. Dabei ist es wichtig, dass nicht andere entscheiden dürfen, ob es richtig ist, wo sich jemand zu Hause fühlt.
„Heimat kann ein Gefühl, ein Ort oder auch Ausdruck der Menschen sein, mit denen wir zusammenleben. Aber es darf nie eine externe Zuschreibung sein. Denn solche Zuschreibungen werden oft dafür missbraucht, dass bestimmte Rechte nur für ausgewählte Menschen gelten. Diese Unterscheidung ist für uns jedoch mit unseren Grundrechten unvereinbar, die für uns alle gelten sollen.“

5. Familie ist, wer Familie sein will – Die Initiative setzt sich für Vielfalt von Lebensentwürfen ein. Individualismus sollte zugelassen, aber nicht erzwungen sein.

6. Gelebte Internationalität – Transnationale Entscheidungen sollen gestaltet werden, so die Initiative. Sie wollen eine Internationalität, die nicht nur durch Märkte, sondern durch und für Menschen mit Leben gefüllt wird. Dabei sollten auch das Recht auf Freizügigkeit und das Recht auf Asyl gewahrt und mit allen Mitteln und Wegen politisch verteidigt und umgesetzt werden.  „Nationalistische Abschottung und immer rigidere Grenzregime dürfen deshalb nicht unsere Antworten auf die komplexen Herausforderungen der Globalisierung sein.“

7. Europa in seiner besten Form – Die Initiative sieht Europa als Frieden- und Freiheitsprojekt.  Es gilt, die politische Gemeinschaft von Europa zu verbessern: Die Menschen in Europa sollten die Möglichkeit erhalten, mitzubestimmen. Die Abschottungspolitik der EU muss, laut Initiative, beendet werden. Europa soll mehr sein als eine Wirtschaftsgemeinschaft, es „soll demokratisch, offen und verantwortlich sein – für all ihre BürgerInnen und all jene, die es werden wollen“

8. Chancengerechtigkeit, statt Chancengleichheit – Die Gesellschaft darf nicht an alle die selben Ansprüche stellen, so die Initiative. Deswegen dürften Privilegien nicht die Entwicklungschancen bestimmen. Es sollte eher darum gehen, diese Hürden abzubauen, als welche zu schaffen. Jeder solle seine gerechte Chance erhalten.

9. Bildung ist mehr als Ausbildung – Die Initiative sieht Bildung als Basis und sieht sie als Ermöglichung, die eigene Neugier, eigenen Fähigkeiten und Interessen zu entdecken. „Bildung darf nicht lediglich im Vermitteln von Fakten bestehen, sondern muss dazu befähigen, durch kritisches Denken, eigene Gedanken und Ideen zu formen. Deshalb ist Lernen für uns auch Lebensaufgabe und wichtiger Bestandteil gesellschaftlichen Zusammenlebens.“

10. Arbeit neu denken –  Arbeit sei nicht nur Lohnarbeit. Arbeit solle  als jede Tätigkeit, die einen gesellschaftlichen Beitrag leistet, ganz egal ob damit Erwerbs-, Reproduktions- (Kinderbetreuung und -versorgung), Fürsorgearbeit (Hausarbeit) oder Ehrenamt verstanden werden. Die Initiative hinterfragt das „Wachstums-Paradigma unserer Wirtschaft“.

11. Digitalisierung als Chance – Die Initiative spricht sich für  digitale Grundrechte aus (https://digitalcharta.eu/), die die Rechte des Individuums im digitalen Zeitalter sichern.  Sie befürwortet eine Regulierung von wirtschaftlicher und staatlicher Datenverwertung und wollen sich besonders dafür einsetzen das Potential neuer, digitaler Formen der politischen und kulturellen Partizipation zu nutzen.

12. Für das gute Leben – Die Initiative setzt sich für das „gute Leben“ ein, welches jedes Individuum selbst kreieren darf. Es sei jedoch auch die Aufgabe der Gesellschaft, dieses Leben zu ermöglichen, denn der Initiative geht es um das gute Miteinander.

Weitere Informationen über die Initiative findet ihr hier oder hier.

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