Pure Frustration

Oder warum ich mich mit der deutschen Politik momentan nicht beschäftigen will.

Mehrere Wochen ist es jetzt her, dass ich etwas geschrieben habe. Das liegt nicht an den Themen, denn da gibt es einige. Aber ich bin momentan nicht gewillt mich konstruktiv mit der deutschen Politik auseinanderzusetzen.

Wir haben Jamaika auf dem Balkon beobachtet und Christian Lindner (FDP) zugehört, als er die Idee hat platzen lassen mit den Worten „Es ist besser nicht zu regieren, als falsch zu regieren“. Soweit so gut – oder auch nicht.

Man kann die AFD in den heiligen Hallen der deutschen Demokratie wuseln sehen. Wie sie zu früh zur Sitzung kommen und sich noch vor Beginn darüber beschweren, dass niemand da ist. Sie treiben ihr Unwesen und als Belohnung bekommen sie den Vorsitz des Haushaltsausschusses. Eins muss man denen ja lassen: Es ist selten, dass man mit so wenig Inhalt und Hirn einen der wichtigsten Ausschüsse bekommt. Zwar wird dieser Ausschuss immer an die stärkste Oppositionskraft vergeben, aber ich bin mir sicher, dass die anderen Fraktionen hoffen, dass sie kläglich scheitern.

Die SPD bleibt tapfer. Ob das richtig ist, mag ich zu bezweifeln. Ich bin nicht nur als Mitglied sehr enttäuscht, sondern auch als Wählerin. Und so geht es vielen Deutschen. Die Wahl ist miserabel ausgefallen und als die Idee der Opposition kam, haben einige ihre Stimme noch nicht als verloren gesehen. Meiner Meinung nach, war das eine sinnvolle Konsequenz bei einem solch kläglichen Ergebnis. Und wir hätten der Union die Stirn geboten. Für die SPD wäre das sicherlich auch beflügelnd gewesen. Aber stattdessen knickt sie ein und folgt Mutti auf Schritt und Tritt. Innerhalb der Partei sprechen einige davon, dass man jetzt nicht mehr umkehren kann, weil man nun seine Glaubwürdigkeit verlieren würde. Ich nehme eher das Gegenteil an. Wären wir bei der Idee der Opposition geblieben, hätten wir an Glaubwürdigkeit gewonnen! Vielleicht wären wir nach vier Jahren ohne GroKo auch beliebter gewesen, weil die Deutschen hätten sehen können, was eigentlich alles möglich wäre.
Alles was jetzt passiert, ob GroKo oder nicht, versetzt der Partei einen weiteren Schlag in die Magengrube. Es wird so oder so nicht besser.

Aber auch die Union hat zu leiden. Angela Merkel verliert stetig an Zustimmung und auch Seehofer verabschiedet sich ganz langsam. Merkel ist auffällig ruhig, ich denke, sie genießt die Stille. Aber sie muss auch nichts sagen, denn das tun ja andere für sie. Alexander Dobrindt hat mit dem Vergleich der SPD-Mitglieder mit einem Zwergenaufstand genug gesagt. Und das System dieser Partei wohl nicht verstanden, aber das ist ein anderes Thema. In den Medien ist er jetzt der „Wadlbeißer“. Ein sehr treffender Begriff, da die ja meistens von ganz unten zuschnappen.

Die GroKo wird kommen und in den nächsten vier Jahren werden sich viele beschweren – vielleicht dieses Mal auch zu Recht.

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